Insulinresistenz by Alicja Kurzius

Über Insulinresistenz

INSULINRESISTENZ – WAS IST DAS?

Insulinresistenz by Alicja Kurzius
Bild: Insulinresistenz Teufelskreis By Alicja Kurzius 

Insulin ist ein Peptidhormon, welches in den beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Durch Bindung an den Insulinrezeptor verschiedener Zelltypen reguliert es u.a. die Aufnahme von Glukose aus dem Blut.

Die Insulinresistenz (IR) beschreibt einen pathologischen Zustand, der sich durch eine verringerte Insulinempfindlichkeit (Resistenz) der Zellen (u.a. Muskeln-, Leber-, Fettzellen) bei “normalen“ oder erhöhten Blutzuckerwerten im Serum manifestiert. Das bedeutet dass die Zellen gestört auf das Insulin reagieren (1). Behandelt man die Insulinresistenz und die dabei oft diagnostizierte Hyperinsulinämie nicht, führt dies zu einer dauerhaften Überproduktion von Insulin und kann so bestimmte Erkrankungen und Störungen, wie DiabetesTyp2, zur Folge haben. Die Verringerung der Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin wird anfänglich durch Hyperinsulinämie kompensiert, weshalb bei einigen Patienten über mehrere Jahre keine Entwicklung von Diabetes Typ2 auftritt.

Eine genaue Ursache für die Insulinresistenz ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich entsteht sie durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Meist besteht eine genetische Veranlagung, welche zu den unterschiedlichsten „Fehlern“ im Insulinstoffwechsel führen kann. Diese können Einfluss auf Mechanismen haben, die vor der Bindung des Insulins an den Rezeptor stattfinden (Prärezeptormechanismen), sie können den Rezeptor und das Insulin an sich verändern und so die Bindung und die Funktion einschränken (Rezeptormechanismen) oder sie stören Abläufe in der Zelle, die nach der Rezeptorbindung stattfinden (Postrezeptormechanismen)(2).

Die Ursachen sind also vielfältig und komplex und können hier nicht alle im Detail beschrieben werden. Genauso vielfältig ist daher auch das Krankheitsbild. Symptome und Schweregrad sind bei den Patienten individuell verschieden, weshalb eine Insulinresistenz oft nicht sofort erkannt wird.

Erkrankungen und pathologische Gesundheitszustände, die mit Insulinresistenz und Hyperinsulinämie in Verbindung stehen und/oder vermutet werden:

• Nicht alkoholische Fettleber (4)
• Dunkle Verfärbungen der Haut (Acanthosis Nigricans) (5)
• Hyper-und Hypoglykämie
• Unterzuckerungs-ähnliche Symptomatik z.B. oft bei postprandialer Hyperinsulinämie und/oder im Verbindung mit Stress (Zittern, Benommenheit, Unruhe, Angst oder Panikgefühl), auch wenn der Blutzucker in diesem Moment nicht unter 75 fällt sondern im Grenzbereich bleibt
• Adipositas (Fettleibigkeit), besonders im Bauchbereich (6)
• Schlafapnoe (7)
• Depression (8)
• Alzheimer Demenz (9)
• DiabetesTyp2 (6)
• PCOS und Hyperandrogenämie (10)
• Hashimoto thyroiditis (11)
• Krebs (12)
• Sterilität (13)
• Metabolisches Syndrom (14)

Symptome die auf eine Insulinresistenz hindeuten können:
• Erhöhte Schläfrigkeit nach einer (vor allem kohlenhydratreicher) Mahlzeit
• Häufig, Heißhunger nach einer Mahlzeit, dann oft große Lust auf Süßes/Fressattacken
• Probleme mit Gewichtsabnahme trotz Ernährungsumstellung/Diät
• Allgemeine Müdigkeit oder Antriebslosigkeit
• Konzentrationsschwierigkeiten
• Kopfschmerzen („schwerer Kopf“)
• Migräne
• GelenkschmerzenDiese Symptome können auch bei Normalgewichtigen auftreten. Eine Insulinresistenz ist, entgegen der allgemeinen Annahme, nicht immer mit Übergewicht assoziiert (15).

 

Eine Insulinresistenz sollte also in jedem Falle behandelt werden, vor allem um schwerwiegende Folgeerkrankungen zu verhindern und letztendlich die Lebenserwartung zu steigern. Eine nicht erkannte und nicht behandelte IR kann den Betroffenen in seinem normalen Tagesablauf durch die auftretenden Symptome stark einschränken. Daher kann durch die Behandlung bzw. die Umstellung des Lebensstils viel an Lebensqualität zurückgewonnen und gefördert werden.

Mehr zu Insulinresistenz Behandlung findest du in unseren Behandlungskonzept. https://insulinresistenz.club/behandlungskonzept

 

Quellen:
1.WangG.Raisond’êtreofinsulinresistance:theadjustablethresholdhypothesis.JRSocInterface.2014, 11(101):20140892.
2.MollerDE,FlierJS.Insulinresistance-mechanisms,syndromesandimplications.Thenewengland journalofmedicine.1991.
4.EnginA.Non-AlcoholicFattyLiverDisease.AdvExpMedBiol.2017,960:443-467.
5.KutlubayZ,EnginB,BairamovO,TüzünY.Acanthosisnigricans:Afold(intertriginous)dermatosis.Clin Dermatol..2015,33(4):466-70.
6.WilcoxG.InsulinandInsulinResistance.ClinBiochemRev.2005,26:19-39.
7.AlmendrosI,García-RíoF.Sleepapnoea,insulinresistanceanddiabetes:thefirststepisinthefat. EuropeanRespiratoryJournal.2017,49:1700179.
8.LyraeSilvaNM,LamMP,SoaresCN,MunozDP.InsulinResistanceasaSharedPathogenicMechanism BetweenDepressionandType2Diabetes.Front.Psychiatry.2019,10:57.
9.DineleyKT,JahrlingJB,DennerL.InsulinResistanceinAlzheimer’sDisease.NeurobiolDis..2014,72PA: 92–103.
10.MeierRK.Polycystic Ovary Syndrome. NursClinNorthAm.2018,53(3):407-420.
11.RadettiG.ClinicalaspectsofHashimoto’sthyroiditis.EndocrDev..2014,26:158-70.
12.GargSK,MaurerH,ReedK,SelagamsettyR.Diabetesandcancer:twodiseaseswithobesityasa commonriskfactor. Diabetes,ObesityandMetabolism.2014,16:97–110.
13.SakumotoT,TokunagaY,TanakaH,NoharaM,MotegiE,ShinkawaT,NakazaA,HigashiM.
Insulinresistance/hyperinsulinemiaandreproductivedisordersininfertilewomen.ReprodMedBiol.2010,9(4): 185–190.
14.GluvicZ,ZaricB,ResanovicI,ObradovicM,MitrovicA,RadakD,IsenovicER.LinkbetweenMetabolic Syndrome and Insulin Resistance.CurrVascPharmacol.2017,15(1):30-39.
15.Deutsche Diabeteshilfe.[Online]07.Februar2011.[Zitatvom:19.März2019.] (https://www.diabetesde.org/pressemitteilung/fuenfte-frau-normalgewicht-hat-insulinresistenz).



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